In dieser Episode ist Alexander Friedrich zu Gast. Er ist Bodybuildingcoach, Experte und Unternehmensgründer im Bereich Fitnesssupplements und hat selbst aus medizinischen Gründen Erfahrungen mit einer Testosteronersatztherapie. Wir sprechen über Testosteronmangel und was Patienten heutzutage durchmachen müssen, aber auch darüber wie wir mit Adon Health endlich die ärztliche Betreuung vieler Männer ermöglichen. Außerdem kommen wir auf die Bedeutung von richtigem Training und Supplements, sowie der missbräuchlichen Anwendung von Testosteron im Bodybuilding zu sprechen.
Im Sport gilt eine Testosteronersatztherapie grundsätzlich als Doping, auch wenn sie medizinisch verordnet wurde. Nur wenn eine gültige TUE, also eine Therapeutic Use Exemption, vorliegt, darf Testosteron rechtmäßig eingesetzt werden. Eine TUE ist eine medizinische Ausnahmegenehmigung, die es Athletinnen und Athleten erlaubt, eine eigentlich verbotene Substanz einzunehmen, wenn sie medizinisch zwingend notwendig ist und keine alternative Behandlungsmöglichkeit besteht.
Der Antrag auf eine TUE wird in Deutschland bei der Nationalen Anti Doping Agentur, der NADA, eingereicht. Dort wird der Fall medizinisch und regelkonform geprüft. Nach Abschluss des Verfahrens wird das Ergebnis an die World Anti-Doping Agency, die WADA, übermittelt. Die WADA überprüft, ob die Entscheidung im Einklang mit dem weltweiten Regelwerk des Anti-Doping-Codes steht.
Die WADA übernimmt damit eine wichtige Compliance-Funktion. Sie stellt sicher, dass medizinische Ausnahmegenehmigungen international nach denselben Kriterien bewertet werden und dass keine nationalen Unterschiede oder Sonderregelungen entstehen. Besonders bei sensiblen Substanzen wie Testosteron wird genau kontrolliert, ob jede TUE korrekt begründet, medizinisch gerechtfertigt und regelkonform genehmigt wurde.
Die WADA kann TUEs auch nachträglich aufheben, wenn sie nicht regelgerecht erteilt wurden. Damit soll verhindert werden, dass nationale Agenturen zu großzügig genehmigen oder Athletinnen und Athleten ungerechtfertigte Vorteile erhalten. Das Ziel ist die weltweite Harmonisierung von Regeln und die Sicherung von Fairness und Chancengleichheit im Leistungssport.
In der neuen Folge des Männergesundheit Podcasts spricht Dr. Jonathan Apasu mit Dr. Eva Bunthoff, Vorstandsmitglied der NADA, und Frau Jutta Müller-Reul aus dem Bereich Medizin über Testosteron, Dopingkontrollen, TUEs und die Rolle der WADA. Die beiden Expertinnen geben Einblicke in die medizinische und sportrechtliche Praxis und erklären, wie verantwortungsvolle Testosterontherapie, Gesundheit und Fairness im Wettkampfsport zusammenhängen.
Jetzt reinhören und erfahren, wie die NADA und WADA zusammenarbeiten, welche Kriterien für eine TUE erfüllt sein müssen und warum Transparenz und klare Regeln entscheidend für die Integrität des Sports sind.
Männliche Sexualität ist ein zentrales, aber häufig verdrängtes Thema der Männergesundheit. In dieser Podcastfolge erklärt der Urologe Marco Randazzo, warum Erektionsstörungen und Libidoverlust nicht als normales Altern abgetan werden dürfen, sondern oft frühe Warnzeichen für ernsthafte körperliche und psychische Erkrankungen sind.
Sexuelle Gesundheit ist laut WHO ein integraler Bestandteil der allgemeinen Gesundheit. Eine gut funktionierende Sexualität beeinflusst Motivation, Stressresistenz, mentale Stabilität und Lebensqualität. Umgekehrt kann eine nachlassende Erektionsfähigkeit auf Gefäßprobleme, hormonelle Dysbalancen oder chronische Entzündungsprozesse hinweisen. Besonders relevant ist, dass die Blutgefäße im Penis sehr fein sind. Durchblutungsstörungen zeigen sich hier oft Jahre früher als im Herzen oder Gehirn.
Marco erklärt detailliert, wie eine Erektion biologisch entsteht, durch sexuelle Stimulation, Nervenleitung, Gefäßerweiterung und einen kontrollierten Blutabfluss im Schwellkörper. Störungen können auf jeder Ebene auftreten, psychisch, neurologisch, vaskulär oder hormonell. Besonders häufig sind Durchblutungsprobleme, oft verursacht durch Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel oder Medikamente wie Betablocker.
Ein zentrales Thema ist Testosteron. Das Hormon beeinflusst nicht nur Muskelmasse und Knochen, sondern auch Libido, Motivation, den Dopaminhaushalt und die Bildung von Stickstoffmonoxid, einem Schlüsselstoff für die Gefäßerweiterung im Penis. Ein Testosteronmangel kann dazu führen, dass selbst Medikamente wie Viagra nicht wirken. Deshalb ist eine fundierte Diagnostik essenziell. Blutwerte, Hormone wie Testosteron, SHBG, LH, FSH und Prolaktin, Lebensstil und psychische Faktoren müssen gemeinsam betrachtet werden.
Auch die weitverbreitete Nutzung von PDE5 Hemmern wie Viagra oder Tadalafil wird kritisch eingeordnet. Diese Medikamente können sehr hilfreich sein, dürfen aber nicht unkontrolliert eingenommen werden. Sie sind kein Lustmittel, sondern unterstützen lediglich die Durchblutung. Sexuelle Stimulation bleibt Voraussetzung. Zudem gibt es klare Kontraindikationen, etwa bei frischem Herzinfarkt oder gleichzeitiger Einnahme von Nitraten.
Ein weiterer Fokus liegt auf gesellschaftlichen Einflüssen. Pornokonsum, Leistungsdruck und unrealistische Erwartungen können das sexuelle Erleben massiv beeinflussen und zu mentalen Blockaden führen. Trotz einer scheinbar offenen Sexualkultur bleibt die Hemmschwelle für Männer hoch, über Probleme zu sprechen, selbst beim Arzt.
Die klare Botschaft dieser Episode ist, dass Männer sexuelle Veränderungen ernst nehmen, darüber sprechen und frühzeitig medizinisch abklären lassen sollten. Sexualität ist kein Luxus, sondern ein entscheidender Indikator für langfristige Gesundheit, Vitalität und Lebensqualität.
In dieser Episode des Männergesundheitspodcasts spricht Dr. Jonathan Apasu mit der Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Christina Holzapfel über die größten Ernährungs-Mythen und darüber, was die Wissenschaft wirklich sagt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Ernährungstrends wie der Protein-Hype, die Debatte um Fleisch, die Bewertung hochverarbeiteter Lebensmittel sowie der Boom rund um personalisierte Ernährung, Genetik- und Mikrobiom-Tests. Prof. Holzapfel erklärt dabei verständlich, wie Ernährungsempfehlungen entstehen, warum sie sich verändern und weshalb in modernen Leitlinien zunehmend auch Nachhaltigkeit berücksichtigt wird.