Hypogonadotroper Hypogonadismus – Adon Health Zum Inhalt springen
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Hypogonadotroper Hypogonadismus

Was ist ein hypogonadotroper Hypogonadismus?

Ein hypogonadotroper Hypogonadismus ist eine Form des Hypogonadismus, bei der die Produktion der Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) vermindert ist. Dadurch erhalten die Hoden nicht ausreichend Signale, um Testosteron und Spermien zu produzieren.

Der Begriff setzt sich aus den Wörtern hypo (vermindert), gonadotrop (die Keimdrüsen stimulierend) und Hypogonadismus zusammen. Gemeint ist also ein Hypogonadismus mit zu niedrigen Gonadotropin-Spiegeln.

Der hypogonadotrope Hypogonadismus entspricht in den meisten Fällen einem sekundären Hypogonadismus, da die Ursache im Hypothalamus oder in der Hypophyse liegt. Er kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Die Begriffe hypogonadotroper Hypogonadismus und sekundärer Hypogonadismus werden häufig ähnlich verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Aspekte. Der sekundäre Hypogonadismus bezeichnet den Ort der Störung im Hypothalamus oder in der Hypophyse. Der hypogonadotrope Hypogonadismus beschreibt dagegen das typische hormonelle Muster mit erniedrigten oder im Verhältnis zum niedrigen Testosteron unangemessen normalen LH- und FSH-Werten. In der Praxis treten beide Formen daher meist gemeinsam auf.

Wie entsteht ein hypogonadotroper Hypogonadismus?

Die Testosteronproduktion wird über die sogenannte HPG-Achse gesteuert.

Normalerweise produziert der Hypothalamus das Hormon GnRH, das die Hypophyse zur Ausschüttung von LH und FSH anregt. Diese Hormone stimulieren anschließend die Hoden zur Produktion von Testosteron und Spermien.

Beim hypogonadotropen Hypogonadismus funktioniert dieser Regelkreis nicht ausreichend. Es werden zu wenig LH und FSH gebildet, wodurch die Testosteronproduktion in den Hoden abnimmt.

Da die Hoden häufig grundsätzlich funktionsfähig sind, kann sich die Hormonproduktion in einigen Fällen nach Behandlung der Ursache wieder normalisieren.

Welche Ursachen kann ein hypogonadotroper Hypogonadismus haben?

Ein hypogonadotroper Hypogonadismus kann angeboren oder erworben sein.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • angeborene Störungen der GnRH-Produktion, beispielsweise das Kallmann-Syndrom
  • Erkrankungen der Hypophyse
  • Erkrankungen des Hypothalamus
  • Hypophysentumoren
  • Hyperprolaktinämie
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • chronische Erkrankungen
  • starkes Übergewicht
  • chronischer Stress
  • Schlafmangel
  • bestimmte Medikamente, beispielsweise Opioide oder Glukokortikoide

Auch ein funktioneller Hypogonadismus infolge von Adipositas oder Stoffwechselstörungen kann mit niedrigen Gonadotropinwerten einhergehen.

Welche Symptome treten bei einem hypogonadotropen Hypogonadismus auf?

Die Beschwerden entsprechen häufig denen eines Testosteronmangels.

Typische Symptome sind:

  • verminderte Libido
  • Erektionsstörungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • verminderte Muskelmasse
  • Zunahme des Körperfetts
  • reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmung
  • verminderter Bartwuchs
  • Fruchtbarkeitsprobleme

Bei angeborenen Formen können sich die Symptome bereits während der Pubertät bemerkbar machen, wenn die normale sexuelle Entwicklung ausbleibt oder verzögert verläuft.

Wie wird ein hypogonadotroper Hypogonadismus diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt anhand der Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und einer gezielten Hormondiagnostik.

Typischerweise zeigen sich folgende Laborbefunde:

  • Gesamttestosteron erniedrigt
  • freies Testosteron erniedrigt
  • LH erniedrigt oder im unteren Normbereich
  • FSH erniedrigt oder im unteren Normbereich

Ergänzend werden häufig weitere Laborwerte bestimmt, darunter:

  • SHBG
  • Estradiol
  • Prolaktin

Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein, beispielsweise eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Hypophyse oder genetische Untersuchungen.

Wie unterscheidet sich ein hypogonadotroper von einem hypergonadotropen Hypogonadismus?

Die Begriffe beschreiben die Konzentration der Gonadotropine LH und FSH.

Beim hypogonadotropen Hypogonadismus sind LH und FSH erniedrigt oder unangemessen normal. Die Ursache liegt im Hypothalamus oder in der Hypophyse.

Beim hypergonadotropen Hypogonadismus sind LH und FSH dagegen erhöht. In diesem Fall liegt die Funktionsstörung direkt in den Hoden, die trotz verstärkter hormoneller Stimulation zu wenig Testosteron produzieren.

Die Unterscheidung ist entscheidend für die weitere Diagnostik und Therapie.

Wie wird ein hypogonadotroper Hypogonadismus behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

Wenn möglich, sollte zunächst die auslösende Erkrankung behandelt oder ein beeinflussbarer Risikofaktor reduziert werden.

Liegt ein dauerhaft erniedrigter Testosteronspiegel mit entsprechenden Beschwerden vor und bestehen keine Gegenanzeigen, kann eine Testosteronersatztherapie (TRT) infrage kommen.

Bei bestehendem Kinderwunsch werden häufig andere Therapieverfahren eingesetzt, die die körpereigene Produktion von LH, FSH oder Testosteron gezielt stimulieren können.

Fazit

Der hypogonadotrope Hypogonadismus ist eine Form des Hypogonadismus, bei der aufgrund einer Störung von Hypothalamus oder Hypophyse zu wenig LH und FSH gebildet werden. Dadurch produzieren die Hoden zu wenig Testosteron und häufig auch weniger Spermien.

Eine sorgfältige Hormondiagnostik ermöglicht die Abgrenzung zu anderen Formen des Hypogonadismus und bildet die Grundlage für eine gezielte Behandlung. Einen Überblick über Anzeichen und Behandlung gibt unser Beitrag Testosteronmangel beim Mann: Ursachen, Symptome und Lösungen.

 

Quellen

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