In dieser Episode ist der Endokrinologe Prof. Dr. Harald Schneider zu Gast. Wir sprechen über den vielseitigen Einfluss von Hormonen auf den menschlichen Körper, einschließlich ihrer Auswirkungen auf Stress, Psyche und Übergewicht und über die Ursache und Diagnose eines Testosteronmangels.

#3 - Prof. Dr. Harald Schneider: Der vielseitige Einfluss von Hormonen auf den Menschen
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#65 - Wachstumshormon: Der Schlüssel zur Langlebigkeit? | Prof. Bernd Kleine-Gunk bei Männergesundheit
In dieser Episode des Männergesundheit Podcasts spricht Dr. Jonathan Apasu mit Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk, einem der führenden Experten im Bereich Anti-Aging-Medizin. Im Mittelpunkt steht das Wachstumshormon, das wie kaum ein anderes Hormon in den letzten Jahrzehnten für Kontroversen gesorgt hat. Es wurde zunächst als Jungbrunnen gefeiert, dann wegen möglicher Krebsrisiken massiv kritisiert und schließlich durch aktuelle Studien wie die TRIM-Studie wieder als Hoffnungsträger für mehr Langlebigkeit in den Fokus gerückt. Prof. Kleine-Gunk beschreibt, wie er diese Entwicklungen seit den 1990er-Jahren persönlich miterlebt hat und erklärt die tatsächlichen physiologischen Wirkungen von Wachstumshormon. Besonders wichtig ist es in der Kindheit für das Längenwachstum, doch auch im späteren Leben beeinflusst es entscheidend die Körperzusammensetzung, fördert den Aufbau von Muskelmasse und reduziert gleichzeitig Fettgewebe. Außerdem spielt es eine Rolle für Regeneration und Leistungsfähigkeit, weshalb es sowohl im Bodybuilding als auch in der Longevity-Szene eine große Bedeutung hat. Prof. Kleine-Gunk erläutert detailliert, wie Wachstumshormon reguliert wird, warum es überwiegend in der Tiefschlafphase ausgeschüttet wird und wie der Stoffwechsel über den Insulin-like-Growth-Factor 1 (IGF-1) eng damit verbunden ist. Ein zentraler Punkt der Diskussion sind die Faktoren, die die Ausschüttung beeinflussen. Schlafqualität, Intervallfasten mit Dinner-Cancelling, intensives Training wie HIIT, aber auch Hitze- und Kältereize durch Sauna oder Eisbäder sind natürliche Stimuli, die nachweislich die körpereigene Produktion anregen können. Damit zeigt sich, dass Lifestyle-Maßnahmen einen direkten und praktischen Einfluss auf das Hormonsystem haben. Neben diesen positiven Aspekten geht die Episode auch auf die Schattenseiten ein. Missbrauch in der Bodybuilding-Szene hat zu gravierenden Nebenwirkungen wie übermäßigem Organwachstum, Kieferveränderungen oder Herzklappenproblemen geführt. Das Krankheitsbild der Akromegalie, bei dem ein Tumor der Hypophyse unkontrolliert zu viel Wachstumshormon produziert, wird ebenso erklärt. Im medizinischen Alltag wird Wachstumshormon bei Kindern mit Kleinwuchs oder in Ausnahmefällen bei Erwachsenen mit Hypophysenschädigungen eingesetzt. Auch in der Intensivmedizin wird es vereinzelt genutzt, um den massiven Muskelabbau bei langen Krankenhausaufenthalten zu verhindern. Besonderes Augenmerk legt das Gespräch auf die TRIM-Studie, die erstmals zeigen konnte, dass sich das biologische Alter messbar zurückdrehen lässt. Durch die Gabe von Wachstumshormon in Kombination mit Metformin und DHEA verjüngten sich die Probanden im Schnitt um 2,5 Jahre innerhalb eines Jahres. Obwohl diese Studie nur an einer kleinen Gruppe durchgeführt wurde, hat sie in der Longevity-Community enormes Aufsehen erregt und neue Forschungsprojekte angestoßen. Mit Spannung wird die TRIM-2-Studie erwartet, die größere Teilnehmerzahlen und eine Kontrollgruppe umfasst. Zum Abschluss teilt Prof. Kleine-Gunk seine persönliche Einschätzung. Er bleibt vorsichtig gegenüber der routinemäßigen Gabe von Wachstumshormon, da ein dauerhaft erhöhter IGF-1-Spiegel in Tiermodellen mit einer verkürzten Lebensspanne korreliert. Stattdessen empfiehlt er seinen Patienten vor allem natürliche Maßnahmen, um die körpereigene Produktion zu optimieren. Schlafhygiene, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und hormetische Reize sind nach seiner Ansicht nachhaltiger, sicherer und zudem kostengünstiger als eine medikamentöse Therapie. Diese Episode bietet einen umfassenden Überblick über Geschichte, Wirkungen, Chancen und Risiken des Wachstumshormons. Sie zeigt sowohl die wissenschaftlichen Hintergründe als auch praktische Tipps auf, wie man mit einfachen Mitteln die eigene Gesundheit und Langlebigkeit fördern kann. Damit ist sie eine wertvolle Ressource für alle, die tiefer verstehen möchten, wie Hormone unser Leben beeinflussen und wie moderne Anti-Aging-Medizin wissenschaftlich fundiert umgesetzt werden kann.
Mehr erfahren#102 - RED-S: Wenn dein Körper zu wenig Energie bekommt | Timo Tekolf bei Männergesundheit
In dieser Episode des Männergesundheitspodcasts spricht Dr. Jonathan Apasu mit Sportwissenschaftler, Personal Trainer und zertifiziertem Health Coach Timo Tekolf über ein hochrelevantes, aber häufig übersehenes Thema: RED-S, das Relative Energy Deficiency in Sport. Gemeint ist ein relativer Energiemangel, der entsteht, wenn der Körper über längere Zeit weniger Energie bekommt, als er für Alltag, Training, Regeneration, Hormone, Immunsystem und grundlegende Stoffwechselprozesse benötigt.
Mehr erfahren#75 - Rotation - So trainierst du wirklich funktional | Gravitycoach Manuel Guarrera bei Männergesundheit
In dieser Episode des Männergesundheit Podcasts spricht Dr. Jonathan Apasu mit Manuel Guarera, dem Gründer von Gravity Coach, über die verborgene Ursache vieler Trainingsprobleme bei Männern. Obwohl viele regelmäßig trainieren und ihre Routinen ernst nehmen, fühlen sich die meisten mit zunehmendem Alter steifer, unbeweglicher oder kämpfen mit Schmerzen, die trotz Muskelaufbau nicht verschwinden. Manuel erklärt, warum klassisches Training häufig an der natürlichen Funktionsweise des Körpers vorbeigeht und weshalb die Rückkehr zu natürlicher Bewegung und Rotation der Schlüssel zu echter Leistungsfähigkeit und Beschwerdefreiheit ist. Der Körper ist evolutionär so gebaut, dass er in Bewegung ständig gegenläufig arbeitet – Arme und Beine schwingen in unterschiedlichen Richtungen, Rotation entsteht in der Wirbelsäule. Wer diese Bewegungsprinzipien im Training ignoriert, blockiert langfristig die natürliche Dynamik seines Körpers. Im Gespräch beschreibt Manuel, wie er selbst nach Jahren intensiven Trainings feststellte, dass Muskelkraft allein nicht ausreicht, um den Körper gesund und geschmeidig zu halten. Stattdessen sind Koordination, Rotation und bewusste Bewegung entscheidend, um Stabilität und Kraft wirklich alltagstauglich zu machen. Einbeinige Übungen, wie Split Squats, einbeinige Romanian Deadlifts oder Half Kneeling Cable Presses, fördern Balance und echte Core-Stabilität, weil sie das Zusammenspiel zwischen Becken und Schultern verbessern. Dieses Prinzip, oft als Serape-Effekt bezeichnet, sorgt dafür, dass Kraft elegant und effizient durch den Körper fließt - anstatt ihn starr zu machen. Ein zentrales Thema ist auch Natural Running, also das Laufen mit natürlicher Fußmechanik und minimalistischen Schuhen. Manuel erläutert, warum Barfußschuhe und Vorfußlauftechnik sinnvoll sein können, wenn sie mit Geduld und bewusster Anpassung eingeführt werden. Ziel ist es, das Fundament des Körpers, die Füße, wieder als aktive Sensoren zu verstehen, die Bewegungen stabilisieren und Energie effizient weiterleiten. Neben Training und Bewegung geht es auch um die Bedeutung der Atmung. Das Zusammenspiel von Zwerchfell und Beckenboden ist für Männer genauso wichtig wie für Frauen, wird aber häufig vernachlässigt. Durch bewusstes Atmen nach dem Training lässt sich der Parasympathikus aktivieren, was Erholung und hormonelles Gleichgewicht fördert. Besonders nach intensiven Einheiten hilft ein fünfminütiger Atemfokus dabei, Spannungen im Rumpf zu lösen, den Blutdruck zu stabilisieren und die Regeneration zu verbessern. Dr. Apasu und Manuel betonen, dass ein intelligentes Training nicht bedeutet, weniger zu tun, sondern smarter zu trainieren. Es geht darum, die Prinzipien des natürlichen Bewegens zurück ins Gym zu bringen, lineare Übungen durch rotatorische Muster zu ergänzen und die Verbindung von Geist, Atmung und Körper neu zu denken. Wer versteht, wie Bewegung in allen drei Ebenen funktioniert - sagittal, frontal und transversal - kann sein Training langfristig optimieren und Verletzungen vorbeugen. Diese Episode liefert praktische Tipps, wie Männer ihre Trainingsroutinen überdenken und durch bewusste Anpassungen mehr Beweglichkeit, Kraft und Leichtigkeit in ihren Alltag bringen können. Sie zeigt, dass Training mehr ist als reines Muskelaufbauen - es ist ein Werkzeug, um den eigenen Körper wieder als funktionales, komplexes System zu erleben. Wer wissen will, wie er trainieren kann, wie der Körper wirklich gebaut ist, findet hier wertvolle Einsichten und konkrete Ansätze für nachhaltige Männergesundheit.
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