Testosteron ist ein zentrales Hormon für die männliche Gesundheit, gleichzeitig aber auch eine im Sport verbotene Substanz. Bei Adon Health stehen wir für eine medizinisch fundierte Testosteronersatztherapie bei klinisch relevantem Mangel und positionieren uns ebenso klar gegen Doping.
Eine ärztlich kontrollierte TRT kann bei betroffenen Männern die Lebensqualität erheblich verbessern. Im Leistungssport gilt jedoch: Testosteron ist laut WADA (World Anti-Doping Agency) sowohl innerhalb als auch außerhalb von Wettkämpfen verboten, selbst bei medizinischer Indikation und ärztlicher Verordnung. Ausnahmen sind nur mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung, einer sogenannten TUE, möglich.
In diesem Artikel liegt der Fokus ausdrücklich auf dem sportlichen und wettkampfrelevanten Aspekt der Testosteronanwendung im Kontext von Doping- und Anti-Doping Regularien. Die nachfolgenden Informationen dienen lediglich der allgemeinen Einordnung und ersetzen keine offizielle Auskunft. Da sich Anti-Doping Regularien ändern können, sind ausschließlich die Veröffentlichungen der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) verbindlich. Aktuelle und rechtssichere Informationen findest Du jederzeit auf der Webseite der NADA.
Kurze Einordnung: Therapie vs. Missbrauch
Eine medizinisch indizierte Testosteronersatztherapie dient der Behandlung eines nachgewiesenen Hormonmangels (Kanakis et al., 2023). Ziel ist die Wiederherstellung physiologischer Testosteronwerte unter ärztlicher Kontrolle, inklusive regelmäßiger Laborkontrollen und klar definierter Dosierungen (Barbonetti et al., 2020).
Im Gegensatz dazu wird Testosteron im Bodybuilding häufig ohne medizinische Indikation und in deutlich höheren Dosierungen eingesetzt, um Muskelmasse und Leistungsfähigkeit zu steigern (Horn, 2023). Dieser Missbrauch ist mit erhöhten gesundheitlichen Risiken verbunden und stellt keine therapeutische Maßnahme dar (Rasmussen et al., 2016).
Wenn Du Dich grundsätzlich für den Unterschied zwischen medizinischer Testosteronersatztherapie und Testosteronmissbrauch, etwa im Bodybuilding, interessierst, empfehlen wir Dir unseren weiterführenden Artikel „Testosteronersatztherapie und Bodybuilding: TRT vs. Missbrauch von Testosteron“.
Rechtliche Einordnung der Testosterontherapie im Sport
Die Anwendung von Testosteron fällt unter die Verbotsliste der Welt Anti Doping Agentur (WADA) und ist laut The World Anti Doping Code Prohibited List 2025 (World Anti-Doping Agency, n.d.-b) innerhalb und außerhalb von Wettkämpfen verboten, auch bei medizinischer Indikation und ärztlicher Verordnung.
Um Sportler vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen, ist eine sorgfältige Aufklärung sowie gegebenenfalls die Beantragung einer medizinischen Ausnahmegenehmigung (TUE Therapeutic Use Exemption) zwingend erforderlich. Die Anforderungen an eine TUE sind je nach Wettkampfniveau unterschiedlich (World Anti-Doping Agency, n.d.-c).
Unterscheidung: Testpool Zugehörigkeit
a) Sportler im NADA (National Anti-Doping Agency) Testpool
Testpool Athleten sind in der Regel Mitglieder von Nationalmannschaften oder Bundeskadern und werden von der NADA oder dem jeweiligen Fachverband benachrichtigt.
Vor Beginn einer Testosterontherapie muss eine TUE bei der NADA beantragt werden.
Erforderlich ist ein vollständiger fachärztlicher Bericht (Andrologie oder Endokrinologie) mit:
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Anamnese und Diagnosestellung
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Labor und Bildbefunden
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Therapieempfehlung inklusive Wirkstoff, Dosierung und Dauer
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Begründung, warum keine alternative Therapie infrage kommt
b) Sportler außerhalb des Testpools
Für nationale Wettkämpfe in Deutschland ist keine vorherige TUE möglich. Im Falle einer Dopingkontrolle kann die NADA jedoch eine rückwirkende TUE verlangen. Diese muss alle oben genannten medizinischen Kriterien erfüllen.
Wichtiger Hinweis zu internationalen Wettkämpfen
Die oben beschriebene Regelung gilt nur für nationale Wettkämpfe in Deutschland. Für internationale Wettkämpfe gelten häufig abweichende Regelungen. In vielen Fällen muss eine TUE beim internationalen Fachverband beantragt werden.
Empfehlung: Frühzeitige Rücksprache mit dem zuständigen Verband.
TUE Voraussetzungen laut WADA
Laut den aktuellen Vorgaben der WADA ist eine TUE für Testosteron nur in bestimmten Ausnahmefällen zulässig, konkret bei nachweislich organisch bedingtem Hypogonadismus (Testosteronmangel).
Mögliche zulässige Ursachen
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Genetische Anomalien wie Klinefelter Syndrom
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Traumatische Hodenverletzungen oder Hodentorsion
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Hodentumoren
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Hypophysenadenome oder Tumoren
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Folgen von Chemo oder Strahlentherapie
Keine TUE bei funktionellen Ursachen
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Alterungsprozesse
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Übertraining
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Stress
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Mangelernährung
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Adipositas
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Z.n. Anabolikamissbrauch
Ein TUE Antrag ohne klar belegbare organische Ursache wird laut NADA mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelehnt. Sollte bei einer Dopingkontrolle ein positiver Test erfolgen und der rückwirkende TUE Antrag abgelehnt werden, liegt ein Verstoß gegen die Anti Doping Regularien vor, der mit mehrjährigen Sperren geahndet werden kann.
TRT oder Wettkampfsport: Beides geht meist nicht
Bei einem funktionellen Testosteronmangel ohne nachweisbare organische Ursache müssen sich betroffene Athleten entscheiden:
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Entweder medizinische Behandlung und Verzicht auf Wettkämpfe
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Oder Wettkampfsport ohne TRT
Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Wird eine Testosterontherapie ohne gültige TUE durchgeführt und es erfolgt eine positive Dopingkontrolle, drohen Konsequenzen bis hin zu mehrjährigen sportrechtlichen Sperren. In unteren Ligen und im reinen Breitensport finden Dopingkontrollen in der Praxis zwar deutlich seltener statt, sie sind jedoch grundsätzlich möglich und nicht ausgeschlossen.
Nachweis einer TRT bei einer Dopingkontrolle
Bei exogener Testosteronzufuhr im Rahmen einer Testosterontherapie zeigen sich im Urin charakteristische Veränderungen, die eine Testosterongabe nachweisbar machen.
Wichtige Veränderungen im Urin
1. Erhöhtes Testosteron
Der absolute Testosteronspiegel im Urin kann leicht erhöht sein, ist aber wegen hoher individueller Schwankungen allein nicht beweisend.
2. Testosteron-Epitestosteron Ratio
Normalbereich etwa 1 zu 1
Nach exogener Gabe deutlich erhöht
Werte über 4 zu 1 oder 6 zu 1 gelten als auffällig
Epitestosteron wird nicht substituiert, daher verschiebt sich das Verhältnis.
Eigenschaften von Epitestosteron
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Wird in Hoden und Nebenniere gebildet
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Hat keine bekannte biologische Funktion
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Wirkt nicht androgen
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Wird hauptsächlich im Urin ausgeschieden
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Liegt physiologisch in ähnlicher Konzentration wie Testosteron vor
Nach exogener Testosteronzufuhr steigt der Testosteronwert im Urin, während das Epitestosteron unverändert bleibt. Dadurch verschiebt sich die Ratio deutlich (Andersson et al., 2022).
3. Isotopenverhältnis IRMS
Bei auffälliger T-E Ratio kann ein IRMS Test durchgeführt werden. Dieser erkennt, ob das Testosteron pflanzlich synthetischen Ursprungs ist (World Anti-Doping Agency, n.d.).
4. Metabolitenprofile
Erhöhte Konzentrationen bestimmter Testosteron Metaboliten wie Androsteron oder Etiocholanolon können auf eine TRT oder einen Missbrauch hinweisen.
TRT: Medizinische Hilfe bei echtem Mangel
Unsere ärztlich begleitete Testosterontherapie richtet sich ausschließlich an Männer mit behandlungsbedürftigem Mangel. Die Vorteile einer korrekt durchgeführten TRT sind wissenschaftlich gut belegt (Morley, 2009):
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Mehr Energie, Antrieb und Libido
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Verbesserte Muskelkraft und Knochengesundheit
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Positiver Effekt auf Stimmung und kognitive Leistungsfähigkeit
Eine medizinische TRT ist kein legalisiertes Doping, sondern ein therapeutischer Eingriff zur Wiederherstellung hormoneller Balance, nicht zur Leistungssteigerung (Corona et al., 2014).
Weitere Informationen auch in der EAU Leitlinie “Männlicher Hypogonadismus”, Standardwerk für Indikationen, Nutzen und Risiken der TRT (MALE HYPOGONADISM - UROWeB, n.d.).
Mehr zur medizinischen TRT in unserem Artikel „Ist eine Testosteronersatztherapie (TRT) das Richtige für Dich?“.
Doping mit Testosteron: Risiken und Folgen
Die nicht indizierte, unkontrollierte Einnahme von Testosteron oder anabolen Steroiden kann schwerwiegende gesundheitliche Schäden verursachen:
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Hormonelle Dysregulation (sekundärer Hypogonadismus) (Rasmussen et al., 2016)
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Unfruchtbarkeit und Libidoverlust (Osta et al., 2016)
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Kardiovaskuläre Risiken (Herzinfarkt, Thrombose, Schlaganfall) (Vanberg & Atar, 2009)
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Psychische Nebenwirkungen (Depression, Aggression, Instabilität) (Hall et al., 2005)
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Gynäkomastie, Akne, Leberschäden (Pahlavani & Veisi, 2025)
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Abhängigkeitsentwicklung mit schwerem körperlichem “Crash” nach Absetzen
Ausstieg aus dem Doping: Medizinisch begleitet
Viele Männer, die anabole Steroide missbraucht haben, suchen irgendwann den Weg zurück. Wir bieten medizinisch fundierte Hilfe:
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Blutanalytik: Feststellung, ob der Hormonhaushalt gestört ist
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Diagnostik: Abklärung, ob ein Hypogonadismus vorliegt
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Ärztlich kontrollierte Therapie durch unabhängige Kooperationsärzte
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Strukturierte Hormonregulation
Dein Körper. Deine Verantwortung. Unsere Begleitung.
Bei Adon Health steht nicht die Leistungssteigerung im Vordergrund, sondern Deine langfristige Gesundheit. Wir klären auf, begleiten medizinisch fundiert und stehen für eine klare Trennung zwischen Therapie und Doping.
Wenn Du unsicher bist, ob Du unter einem echten Mangel leidest oder Deine Gesundheit nach Jahren des Missbrauchs wieder stabilisieren möchtest – wir sind für Dich da.
Hinweise für behandelnde Ärztinnen und Ärzte
Dokumentation und Patientenschutz
Wir empfehlen:
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Dokumentation der Aufklärung zur Dopingrelevanz
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Verweis auf relevante Ressourcen
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Rücksprache mit Verband oder NADA bei offenen Fragen
Strafrechtliche Relevanz
Die Abgabe oder Verschreibung verbotener Substanzen an Sportler ohne medizinische Indikation kann nach dem Anti-Doping Gesetz strafbar sein. Ärztliche Sorgfalt und Dokumentation sind daher auch aus haftungsrechtlicher Sicht unerlässlich.
Vertrauenswürdige Anlaufstellen zur Dopingprävention
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NADA Deutschland – www.nada.de
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NADAMED – Medikamentendatenbank zur Dopingrelevanz: www.nadamed.de
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Hilfe bei Doping – DSHS Köln (anonyme Beratung)
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BZgA & Pro Jugend – Aufklärung & Prävention im Sport
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„Gemeinsam gegen Doping“ – Präventionsprogramm für Vereine und Schulen
Fazit: Wissen schützt. Therapie hilft. Doping schadet.
Eine medizinisch indizierte Testosterontherapie ist legal, sicher und sinnvoll für Männer mit echtem Mangel.
Doping bleibt ein gesundheitlicher und rechtlicher Risikofaktor.
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