Sekundärer Hypogonadismus – Adon Health Zum Inhalt springen
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Sekundärer Hypogonadismus

Was ist ein sekundärer Hypogonadismus?

Ein sekundärer Hypogonadismus ist eine Form des Hypogonadismus, bei der die Ursache nicht in den Hoden selbst, sondern in den hormonellen Steuerzentren des Gehirns liegt. Betroffen sind der Hypothalamus oder die Hypophyse, die normalerweise die Hormone produzieren, welche die Testosteronproduktion in den Hoden anregen.

Werden diese Steuerhormone nicht in ausreichender Menge ausgeschüttet, erhalten die Hoden zu wenig Signale zur Testosteronproduktion. In der Folge sinkt der Testosteronspiegel, obwohl die Hoden grundsätzlich funktionsfähig sein können.

Der sekundäre Hypogonadismus ist eine häufige Ursache für einen Testosteronmangel und kann sowohl vorübergehend als auch dauerhaft bestehen.

Wie entsteht ein sekundärer Hypogonadismus?

Beim sekundären Hypogonadismus ist der hormonelle Regelkreis zwischen Gehirn und Hoden gestört. Normalerweise produziert der Hypothalamus das Hormon GnRH, das die Hypophyse zur Ausschüttung von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) anregt.

Diese beiden Hormone stimulieren anschließend die Hoden zur Produktion von Testosteron und Spermien.

Ist dieser Regelkreis gestört, werden zu wenig LH und FSH gebildet. Dadurch produzieren die Hoden weniger Testosteron, obwohl sie grundsätzlich intakt sein können.

Welche Ursachen kann ein sekundärer Hypogonadismus haben?

Ein sekundärer Hypogonadismus kann durch verschiedene Erkrankungen oder äußere Einflüsse entstehen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Erkrankungen der Hypophyse
  • Erkrankungen des Hypothalamus
  • Hypophysentumoren
  • erhöhtes Prolaktin (Hyperprolaktinämie)
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • chronische Erkrankungen
  • starkes Übergewicht
  • Schlafmangel
  • chronischer Stress
  • bestimmte Medikamente, beispielsweise Opioide oder Glukokortikoide

Auch eine ausgeprägte Adipositas oder andere Stoffwechselerkrankungen können den hormonellen Regelkreis beeinflussen und zu einem funktionellen sekundären Hypogonadismus beitragen.

Welche Symptome treten bei einem sekundären Hypogonadismus auf?

Die Beschwerden entsprechen häufig denen eines Testosteronmangels und entwickeln sich meist schleichend.

Typische Symptome sind:

  • verminderte Libido
  • Erektionsstörungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • verminderte Muskelmasse
  • Zunahme des Körperfetts
  • reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmung
  • verminderter Bartwuchs
  • Fruchtbarkeitsprobleme

Je nach Ursache können zusätzlich Beschwerden auftreten, die auf eine Erkrankung der Hypophyse oder des Hypothalamus hinweisen.

Wie wird ein sekundärer Hypogonadismus diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt anhand der Beschwerden sowie einer gezielten Hormondiagnostik.

Typischerweise zeigen sich folgende Laborbefunde:

  • Gesamttestosteron erniedrigt
  • freies Testosteron erniedrigt
  • LH erniedrigt oder im unteren Normbereich
  • FSH erniedrigt oder im unteren Normbereich

Je nach Fragestellung werden häufig weitere Laborwerte bestimmt, darunter:

  • SHBG
  • Estradiol
  • Prolaktin

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung der Hypophyse oder des Hypothalamus, kann zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels erforderlich sein.

Wie unterscheidet sich ein sekundärer von einem primären Hypogonadismus?

Der entscheidende Unterschied liegt im Ort der Störung.

Beim sekundären Hypogonadismus liegt die Ursache im Hypothalamus oder in der Hypophyse. Diese produzieren zu wenig LH und FSH, wodurch die Hoden nicht ausreichend stimuliert werden.

Beim primären Hypogonadismus befindet sich die Ursache dagegen direkt in den Hoden. Dort ist die Testosteronproduktion eingeschränkt, obwohl ausreichend LH und FSH vorhanden sind. Typischerweise sind diese Hormone beim primären Hypogonadismus sogar erhöht.

Die Bestimmung von LH und FSH ist daher ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik.

Wie wird ein sekundärer Hypogonadismus behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

Kann eine auslösende Erkrankung oder ein beeinflussbarer Faktor behandelt werden, verbessert sich die Hormonproduktion in einigen Fällen wieder.

Liegt ein dauerhaft erniedrigter Testosteronspiegel mit entsprechenden Beschwerden vor und bestehen keine Gegenanzeigen, kann eine Testosteronersatztherapie (TRT) infrage kommen.

Besteht ein aktueller Kinderwunsch, werden häufig alternative Behandlungsstrategien gewählt, um die körpereigene Testosteron- und Spermienproduktion möglichst zu erhalten oder gezielt zu stimulieren.

Fazit

Der sekundäre Hypogonadismus ist eine Form des Testosteronmangels, bei der die Ursache im Hypothalamus oder in der Hypophyse liegt. Typisch sind erniedrigte Testosteronwerte bei gleichzeitig niedrigen oder unangemessen normalen LH- und FSH-Werten.

Eine sorgfältige Hormondiagnostik hilft dabei, die Ursache einzugrenzen und die passende Behandlung einzuleiten. Einen Überblick über Anzeichen und Behandlung gibt unser Beitrag Testosteronmangel beim Mann: Ursachen, Symptome und Lösungen.

 

Quellen

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